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Was? Du hast ein Buch geschrieben und es selbst verlegt?

Ein Buch schreiben und es dann noch im Alleingang verlegen?

 

Nicht weniger als das ist der Münchner Autorin Helena Weber gelungen. Mit dem 1. Band ihrer „Unendlich“ - Reihe hat sie sich nicht nur einen persönlichen Traum erfüllt, sondern auch ein kräftezehrendes Abenteuer begonnen – so viel sei verraten: es dauerte, bis sie das finale Ergebnis in ihren Händen hielt.

Umso schöner, dass wir inzwischen alle in Liams Welt eintauchen können.

[Von meiner Seite aus ist der Blogbeitrag übrigens keine bezahlte Werbung, sondern reine Empfehlung und Wissenstransfer.]

 


„Irgendwann einmal schreibe ich ein Buch“ – Sätze, wie diesen, habe ich persönlich schon oft gehört.

Allerdings unterschätzen viele die Hürden, die von der Idee im Kopf bis zum fertigen Buch zu meistern sind.
Sich darüber vorher einen Überblick zu schaffen, ist meist gar nicht so einfach.

Umso besser, wenn sich jemand die Zeit für Erklärungen nimmt, der es wissen muss. J Ihr konntet letzte Woche via Instagram und Facebook all Eure Fragen an Helena stellen. Eben genau das, was ihr über das Schreiben eines eigenen Buches und dessen Selbstverlag schon immer mal wissen wolltet. 
Helena hat sich die Zeit genommen und Euch geantwortet.

HERE WE GO!

 1.    Liebe Helena, wie lange hattest du schon die Idee für dein Buch, bis du zu schreiben begonnen hast?

Tatsächlich schon mehrere Jahre… Mit 16 habe ich mein erstes Buch geschrieben. Das habe ich nur für mich geschrieben, einmal drucken lassen und steht seither in meinem Bücherregal. Im Studium und den ersten Berufsjahren habe ich das Hobby jedoch sage und schreibe neun Jahre lang verdrängt und nicht mehr priorisiert. Ich habe mir eingeredet, dass doch niemand meinen „Rotz“ lesen würde. Buchideen sammelte ich über die Jahre jedoch viele und hielt sie immer schriftlich fest. Bis ich endlich die Entscheidung traf, mit der UNENDLICH-Reihe anzufangen. 

2. Hattest du die gesamte Handlung der Geschichte schon im Kopf oder entstand sie während des Schreibens nach und nach?

Die Handlung für die Geschichte hatte ich bereits komplett im Kopf. Meinen ersten Satz habe ich allerdings erst geschrieben, nachdem ich beinahe 6 Monate nur geplottet habe. Denn die fiktive Welt der UNENDLICH-Reihe musste in all ihren Details erstmal Gestalt annehmen. Auch die Charaktere mussten ausgearbeitet werden, wichtige Handlungsstränge, Schlüsselszenen und Überraschungsmomente. Plotten ist wirklich wichtig! Sonst ist die Gefahr von Logik- und Stringenzfehlern sehr groß, wenn man ohne Plan einfach drauflosschreibt. 


3.    Wie lange hast du (ca.) an dem 1. Band der Unendlich-Reihe geschrieben?

Die Entwicklung für die ganze Reihe hat ca. ein halbes Jahr gebraucht. Die reine Schreibzeit für den ersten Band belief sich auf weitere 6 Monate. 

4.   Wie lange am Stück kannst du denn schreiben? Bzw. nach wie vielen Stunden brauchst du eine Pause? 

Das ist ganz unterschiedlich. Ich habe ein Tagesziel von 20 Minuten Schreibzeit. Die MUSS ich schaffen – komme was wolle. Damit ich am Ball bleibe und nicht aus meiner Geschichte herauskomme. Meistens pendelt es sich bei 1-2 Stunden ein. Wenn mich eine Szene jedoch richtig packt (das ist bei Action-Szenen vor allem der Fall), dann lege ich auch mal eine Nachtschicht ein und schreibe 6 – 7 Stunden. Sowas geht natürlich nur am Wochenende 😉

5.  Hast du vielleicht Tipps gegen Schreibblockaden?

Für mich hat sich die 20-Minuten-Methode im Alltag bewährt. Die wende ich auf viele Bereiche an (Schreiben, Lesen, Sport, Spaziergänge, Lernen etc). Dadurch habe ich abends immer das Gefühl „so richtig was geschafft zu haben“.  20 Minuten sind ein machbares, realistisches Ziel. Und meist kommt die Motivation dann von ganz allein wieder. Plötzlich schaue ich auf die Uhr und merke, dass es fast 2 Stunden waren. Und wenn es nur die 20 Minuten sind – immerhin! Rechnet das mal auf die Woche hoch, da kommt ganz schön was zusammen. 


6.   Wie bist du zu deinem Lektor bzw. zu deiner Lektorin gekommen?

Ich habe mich über den Verband der freien Lektorinnen & Lektoren (VFLL) informiert, wie viel ein Lektorat ungefähr kostet, was ein Lektor alles überarbeitet und wie viel Zeit man einplanen sollte (ein Lektor benötigt ja auch eine gewisse Zeit, um das Manuskript zu überarbeiten). Pi mal Daumen müsst ihr bei einer durchschnittlichen Buchlänge von 300 Normseiten mit ca. 1800 – 2500 Euro und einer Bearbeitungszeit von ca. 4-8 Wochen rechnen. 

7.    Hattest du von Beginn an Selfpublishing geplant oder hast du es zuerst bei Verlagen versucht?

Von Beginn an habe ich es als Selfpublishing geplant. Hintergrund ist der, dass ich gerade berufsbegleitend ein Masterstudium absolviere und meine Masterarbeit zum Thema Selfpublishing schreibe. Das wissenschaftliche Experiment ist dabei die UNENDLICH-Reihe. Sobald die Arbeit abgegeben ist und die gesamte Reihe veröffentlicht wurde, möchte ich es jedoch gerne mit einer Bewerbung bei einem passenden Verlag versuchen. 

8.   Braucht man große finanzielle Rücklagen um ein Buch selbst zu verlegen?

Definitiv ja! Das Lektorat, die Bloggerboxen & der Unterhalt meiner Webseite sind die größten Kostenblöcke. Pro Buch muss ich umgerechnet mit ca. 3000 Euro rechnen. Und dabei habe ich bereits gespart, indem ich das Buchcover, den Buchblock, den Trailer, meine Webseite und meine Werbemittel selbst gestaltet und erstellt habe.

9.  Wo hast du dein Buch drucken lassen? Und lief das auf Vorrat oder Bestellung?

Mein Buch wird über Books on Demand veröffentlicht und vertrieben. Für eine Veröffentlichung zahle ich lediglich 19€ und ca. 1-2 Wochen später ist das Buch bereits in allen gängigen Shops gelistet. Die Bücher werden auch mit einer größtenteils guten Qualität gedruckt. Wie der Name der Firma schon sagt, werden die Bücher erst bei Bestellung gedruckt. Die meisten Shops und Großhändler bestellen allerdings mit der Veröffentlichung ein paar Bücher auf Lager, sodass die Lieferzeiten meistens kaum zwei bis drei Tage betragen.


10.    Welche Marketingkanäle verwendest du um dein Buch an den Mann/die Frau zu bekommen?

Mit meiner Webseite und meinem Blog habe ich angefangen. Dann kamen noch Social Media Kanäle wie Facebook und Instagram hinzu. Weiterhin habe ich in München einige Exemplare in öffentlichen Bücherschränken verteilt (Mund zu Mund Propaganda darf man nicht unterschätzen). Die wichtigste Marketingaktion ist meine Zusammenarbeit mit sehr engagierten, fleißigen Bloggern & Bloggerinnen. Sie erhalten zu jeder Veröffentlichung eine Bloggerbox mit meinem Buch und ein paar Goodies darin. Sie lesen das Buch im Anschluss und veröffentlichen ehrliche(!) Rezensionen auf allen gängigen Portalen. Und genau davon leben wir Selfpublisher: Rezensionen! Die braucht es, damit Leser das Buch kaufen, um überhaupt Werbebanner auf bekannten Portalen schalten zu können oder um mit einer Bewerbung bei einem Verlag gute Karten zu haben…

11.    Welche Verkaufsplattformen nutzt du?

Mein Buch wird auf Amazon, Hugendubel, Thalia, Weltbild, e-book.de, bücher.de uvm. verkauft. Auch beim örtlichen Buchhändler kann das Buch ganz einfach bestellt werden. 

Liebe Helena, vielen Dank an dich, dass du dir die Zeit genommen und unsere Fragen beantwortet hast.

Für mich ist der Weg zur Veröffentlichung deutlich nachvollziehbarer geworden und mein Respekt dir und deiner Leistung gegenüber noch gewachsen! :-)

All denjenigen, die sich detaillierter im Unendlich-Universum und bei Helena umsehen wollen, lege ich ihre Website ans Herz. 
Dort gehts auch direkt zum Buch - sollte Euch die Neugier auf Liam und seine Geschichte gepackt haben.

 

www.helena-weber.com

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